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Silvia, mein Leben aus der Sucht
Mein Leben aus der Sucht,

Geboren bin ich am 10.05.1960 in Dinkelsbühl.
Meine Mutter war nie Berufstätig (Hausfrau) und ist heute 84 Jahre alt. Mein Vater war Bürokaufmann in der Automobilbranche und selten zu Hause. Leider ist er im Alter von 45 Jahren an Darmkrebs gestorben.
Ich habe 3 Geschwister, ich bin die älteste.Mein Bruder ist 60, meine beiden Schwestern 57 und 55 Jahre alt.
Eines haben wir gemeinsam, das Problem mit dem Alkohol.
Mit meinem Vater kam ich gut zurecht, mit meiner Mutter eher weniger und das ist bis heute so geblieben. Ich hatte nicht viel Freiheiten in der Jugend, ich durfte ganz setlten mal eine Freundin besuchen oder jemand zu uns kommen, meine Mutter gab immer meinen Großeltern die Schuld, dass die dagegen wären, denn wir wohnten in einem Haus.
Meine Grosseltern, mein Onkel mit seiner Familie und meine Familie

Meine Geschwister hatten da schon mehr Freiheiten, ich weiss bis heute nicht, woran das lag.
Die Beziehung meiner Eltern zueinander würde ich als normal bezeichnen.
Vielleicht heiratete ich deshalb so jung um von daheim wegzukommen.
Als mein Vater 1982 schwer an Krebs erkrankte, war ich bereits mit meinem 3. Kind schwanger.
Nach kurzer Zeit verstarb er, und hinterlies eine große Lücke.

Nach meinem Realschulabschluss, absolvierte ich eine kaufmännische Ausbildung zur Bürokauffrau.
Während dieser Ausbildung wurde ich schwanger und heiratete. Die Schwangerschaft verlief schwierig, und ich musste meine Lehre unterbrechen.  Nach der Geburt meiner Tochter konnte ich die Ausbildung beenden. 

2 Jahre später kam mein Sohn Markus, 1982 Manuel, und 1985 unsere Tochter Jasmin, die allerdings mit 3 Jahren verstarb. 1989 kam Nadine zur Welt.
Der Tod unserer Tochter J. hat uns sehr getroffen. Wir konnten mit der Trauer nicht umgehen, anstatt zusammen, trauerte jeder für sich, das hinterlies auch Spuren bei unseren Kindern. Wie kaputt unsere junge Familie war, lies sich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr verbergen.
Mein Mann fuhr immer öfter alleine mit dem Motorrad weg, oder ging zum Skifahren. Ich konnte ja nicht mit, ich war mit den Kindern beschäftigt
Während dieser Zeit fing es auch mit dem Alkohol an. Ich trank am Abend zum entspannen, und dass ich besser schlafen kann, Schlafstörungen begleiteten mich seit frühester Kindheit.

Ich suchte mir auch ein Hobby und fing mit dem Langstreckenlauf an, und war auch ziemlich erfolgreich, obwohl ich regelmässig Alkohol trank. Fast jedes Wochenende, war ich unterwegs und bestritt Wettkämpfe. 
Daran zerbrach unsere Ehe, und ich trennte mich 2000 von meinem Mann und meinen Kindern.Die großen waren zu diesem Zeitpunkt schon erwachsen und hatten Ihre eigenen Wohnungen.

Nur Nadine war erst 11Jahre und pendelte zwischem meinem Mann und mir hin und her.
Deswegen mache ich mir heute noch schwere Vorwürfe, dass ich sie so im Stich lies. Mein Sohn Manuel, hat es mir bis heute nicht verziehen, dass ich mich von seinem Vater trennte.
Ich suchte mir einen Job, und wirklich viel Geld verdiente ich nicht. Für Bier und Sekt reichte es immer.
Nach meiner Scheidung, hatte ich 2 Beziehungen und verfiel immer mehr dem Alkohol, denn meine jeweiligen Partner waren dem Alkohol auch nicht abgeneigt.

Ich fragte mich oft, ob ich nicht zuviel trinke, oder hab ich schon ein Alkoholproblem? Was sind die Anzeichen für einen Alkoholiker? Ich lese im Internet von Verwahrlosung  und nachlassender Leistungsfähigkeit Verlust des Führerscheins, oder Arbeitslosigkeit, von zitternden Händen, Schlafstörungen, Schweissausbrüchen. Das traf auf mich noch nicht zu, denn ich hatte Arbeit und auch noch den Führerschein und eine Wohnung. Also hatte ich noch keinen Grund aufzu hören.

Sobald ich ein oder zwei Gläser getrunken hatte, fühlte es sich in meinem Kopf an, als würde ein Sch,lter umgelegt, und ich musste immer mehr trinken, bzw hatte ich einen Kontrollverlust. Wenn ich unterwegs war, war ich eine unauffällige Trinkerin, zuhause stand die Flasche Sekt immer griffbereit..
Jeden Tag nahm ich mir vor nicht nicht zu trinken, morgens noch voller Überzeugung, die spätestens ab mittag verschwand. Das erste Glas war schnell leer, und es blieb ja nicht bei dem einen. Ich konnte weder einen Tag nichts trinken, noch, bei einem Glas bleiben.
Wer jetzt denkt, so viel war das gar nicht das kriege ich immer von meiner Mutter zu hören, Abhängigkeit kan man nicht anhand der Trinkmenge festlegen, es ist die Regelmässigkeit.

Ich habe viel Zeit damit verbracht, Regeln aufzustellen, wie : Ab heute trinke ich nur noch wenn ich fort gehe oder nur am Abend ein Glas, und war deprimiert, wenn ich es nicht eingehalten habe.
Zu diesem Zeitpunkt war mir klar, dass ich ein riesen Problem hatte. Ich fuhr weiterhin Auto mit ziemlich viel Restalkohol, Wie schlecht es mir mittlerweile ging, zeigte sich im Privatleben, ich war sehr unkonzentriert, verlor ständig irgendwas. Mein Gesicht war aufgedunsen, ich konnte nichts mehr essen, ich war nur noch drauf bedacht, den Alkoholspiegel zu halten.
Ich wusste schon lange, dass es an der Zeit wäre mit dem Trinken aufzuhören. Niemand glaubte mir, dass ich ein riesen Problem hatte, keiner glaubte mir dass es mir sehr schlecht ging.

Am 02.11.2011 hatte ich einen Autounfall, an die Details kann ich mich bis heute nicht erinnern es wurde mir gesagt, ich hätte einem entgegen kommenden Auto die Vorfahrt genommen, und frontal in das Auto gefahren. Ich bin erst im Krankenwagen kurz aufgewacht, und dann wieder im  Krankenhaus .Der Arzt sagte mir, dass ich 1,2 Promille Restalkohol hatte. Was mir sehr peinlich war.
Folgen hatte es für mich keine, ausser meinen Verletzungen,den Führerschein behielt ich. Die Ärzte dachten, es wäre ein einmaliger Ausrutscher gewesen, ich wusste ja, dass es so nicht war.

Nach meiner Genesung trank ich 3 Monate nichts mehr bis ich wieder in alte Gewohnheiten zurück fiel  und  wieder mit dem Trinken anfing. Dazu kamen Depressionen, ganz schnell war ich wieder bei meiner gewohnten Trinkmenge, war unzuverlässig und blieb unentschuldigt der Arbeit fern.
Ich wusste nicht mehr, was schlimmer war? Der Alkohol oder die Depressionen.

Meine Tochter und Schwiegertochter brachten mich schließlich zum Hausarzt, der  mir empfahl, in eine psychosomatische Klinik zu gehen, zur Behandlung der Depressionen.
Die Ärzte und Psychologen, machten mir sehr schnell klar, dass die Ursache der Depressionen  im Alkohol lagen. ich begann am 13.05.2012 mit einer Langzeittherapie, die ein halbes Jahr dauerte. Seit meiner Entlassung lebe ich abstinent, das sind jetzt bereits 11 Jahre, es war nicht immer leicht für mich, ich hab auch heute noch meine Höhen und Tiefen und Rückschläge, die mich manchmal zweifeln lassen. Irgenwie geht es immer weiter. Seit Juni 2023 hab ich unter der Leitung von  Andreas Janssen die Selbsthilfegruppe  "Der Anker" in Erlangen ins Leben gerufen.
Die Thematik ist, die Sucht im Vordergrund, und was uns dazu gebracht hat.

 
 
 
 
Dinge, die ich akzeptieren muss

- alles hat ein Ende

- Die absolute Sicherheit gibt es nicht

-Die Vergangenheit lässt sich nicht ändern

- Menschen sind unterschiedlich

- Die Welt ist nicht gerecht

- Andere Menschen werden mich verurteilen

- Ich werde Fehler machen

- Meine Umstände sind, wie sie sind

- Die Zukunft ist ungewiss


 
 
"Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen."

 
 



  










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